Forschung
Die empirischen Forschungsbereiche von WISDOM lassen sich in insgesamt sieben Bereiche gliedern und werden kurz alphabetisch geordnet präsentiert.
Altersforschung
Eine alternde österreichische wie europäische Gesellschaft bedeuten für die bisherigen sozialen und medizinischen Supportsysteme teilweise neue Herausforderungen, die in diesem Schwerpunkt thematisiert werden. Eine wichtige laufende Tätigkeit stellt der Bundesseniorenbericht dar, der 2010 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) fertiggestellt wird.
Arbeitsmarktforschung
Im Bereich Arbeitsmarkt und Beschäftigung werden vor allem drei Forschungsfelder wesentlich, nämlich Arbeitsmarktanalysen mit Hilfe von neuen komplexen Methoden, die Erforschung der Effekte der Arbeitslosigkeit sowie die vergleichende Arbeitsmarktforschung speziell im mittel-, ost-, und südosteuropäischen Raum. In diesen Feldern wurden und werden mehrere Projekte im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) durchgeführt.
Berufsinformationssysteme
Berufe, Möglichkeiten der beruflichen Weiterbildung und Berufsinformationssysteme haben sich über Jahrzehnte vornehmlich innerhalb von nationalen Rahmen entwickelt und festgeschrieben. Mit dem Prozess der europäischen Integration entstehen daraus vielfältige Probleme der Harmonisierung und Vergleichbarkeit. Die im Bereich „Berufsinformationssysteme“ erarbeiteten grenzüberschreitenden Informationstools zur beruflichen Weiterbildung haben die Verbesserung und Vereinheitlichung vorhandener Informationsgrundlagen zum Ziel, um in weiterer Folge auch strategischen Akteuren der grenzüberschreitenden Arbeitsmarktpolitik Kooperationen auf Basis übersichtlicher und international verbundener Informationssysteme zur Verfügung stellen zu können.
Europäische Survey-Analysen
Seit 2002 wird unter dem Titel „Eastern European Co-operation on Labour“ im Auftrag des Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK)eine Plattform für die vergleichende Forschung aufgebaut, welche die Themenbereiche Arbeitswelt, Lebensbedingungen, Gesundheit, sozio-ökonomische Risiken in den Vordergrund stellt.
Auf der EECO-LAB-Plattform finden sich mittlerweile neue Surveys aus Österreich und den Nachbarländern, welche die Möglichkeiten und Potentiale vergleichender Forschung erhöhen. Daneben werden mit diesen Datenbeständen auch komparative Survey-Analysen durchgeführt und vor allem neuartige Verfahren der komparativen Analyse erprobt und ausgetestet.
Die neue Wissenschaft der Kybernetik
Hinter diesem Titel steht ein bereits mehrjähriges Forschungsprojekt, dessen erste Phase im Jahr 2011 abgeschlossen ist. Zu diesem Zeitpunkt sollen im Rahmen der WISDOM-eigenen Buchreihe drei Bände unter dem Titel „The New Science of Cybernetics“ mit den Bänden Methodology (2008), Theory (2009) und Explorations (2011) erschienen sein.
Den Kern der New Science of Cybernetics bildet das Bemühen, Skizzen und Sketches, die Heinz von Foerster (1911 – 2002) unter dem Schlagwort „Second Order Cybernetics“ entworfen hatte, zu systematisieren und für eine zeitgemäße kybernetische Forschung nutzbar zu machen.
Raumkybernetik
Raumkybernetik ist als komplexes Forschungsgebiet konzipiert, das sich aus einzelnen Feldern wie den sozialwissenschaftlich geprägten Raumwissenschaften oder den gesellschaftspolitischen Raumbeobachtungen als vieldimensionale Infrastruktureinrichtung zusammensetzt und sich zum Ziel setzt, Grenzstrukturen (Raum, Funktion, AkteurInnen) auf der einen Seite zu etablieren und auf der anderen Seite zu unterwandern und zu transzendieren. Im Rahmen der Raumkybernetik sollen innovative Raumgestaltungskonzepte entwickelt und mit dem WISDOM-Datenreservoir verknüpft werden. Im Forschungsbereich Raumkybernetik werden Datengenerierung, Dokumentation und Archivierung mit Raumbezügen und Wirksamkeiten untersucht und für unterschiedliche Usergruppen zur Verfügung gestellt.
Wissenschaft, Technologie, Gesellschaft
Der Bereich Wissenschaft, Technologie und Gesellschaft besitzt einen starken Schwerpunkt mit dem Thema Innovation. In diesem Arbeitsfeld ist es in den letzten Jahren im Auftrag des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (BMWF) zu mehreren Forschungsprojekten und Publikationen gekommen, in denen es um die Konturen einzelner Wissenschaftsdisziplinen – beispielsweise Kognitionswissenschaften – oder des österreichischen Wissenschaftssystems insgesamt geht und der Konnex von radikalen Forschungsinnovationen und Forschungsorganisation herausgearbeitet wird.