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Kybernetik11

SCHAUlustige RAUMchoreographien. 476 km - Ein Glück, das mehr als Liebe ist

(Quelle: Kratochwil, S., Benedikt, J. (2005): „SCHAUlustige RAUMchoreographien“, Veranstaltungsreihe Wien.Theorie, Thema: radikal lokal; Gemeinschaftsprojekt Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Kunsthalle Wien, Österreichisches Filmmuseum, Tanzquartier Wien, Wiener Konzerthaus/Wien Modern)

I) Die RAUMchoreographie
Im ersten Teil der Präsentation bereiten sich die Vortragenden auf eine Reise durch ‚Wien’ vor und werden von der jungen Musikerin Sophie Schnitzer unterstützt, deren musikalische Performance von „476 km – Ein Glück, das mehr als Liebe ist“ den Rahmen des Vortrags bildet.

Es wird der Frage nachgegangen, wie Räume beschrieben werden und entstehen können, am Beispiel zweier Wiener Stadtachsen, der Triester Strasse und der Wagramer Strasse. So wird Glück, basierend auf einer Strecke von 476 km als der Ausgangspunkt einer Reise verstanden, die einem durch Distanzen erlebbaren Alltagsraum einen Wahrnehmungsraum gegenüberstellt, was zusätzliche spielerische Raumvorstellungen, auch über durchgeführte Interaktion mit dem Publikum, ermöglicht.

Logische Generalisierungen zur Beschreibung von Distanzräumen erlauben auch formale Abbildungen semantischer Beziehungen zwischen geographischen Daten und der Information, die sie repräsentieren. Die Grauzonen der Information und die Unsicherheiten, die uns ermöglichen, (Raum)Entscheidungen zu treffen, werden sowohl durch Bilder als auch Texte sichtbar gemacht.

Ein derart beschreibbares Raumverstehen beschäftigt sich mit kognitiven Möglichkeiten, ästhetischen und praktischen Abstraktionsverfahren sowie mit bebilderten Merkwürdigkeiten, als auch Eigenwertigkeiten, die als Stadtraum Wien abgebildet werden. Das bedeutet, Stadt & Straße sowohl geographisch, als auch auf Basis von Vorstellungen, Einschätzungen, Bewertungen als Raum und im Raum einzubeziehen, wobei dem Begriff Individualismus Raumbedeutungen und Raumkonstruktion zugeordnet wird. Straße ist gleichzeitig auch eine lebendige Lokalität, geprägt durch Individuen und Objekte sowohl mit Bezügen zu anderen Orten und Geschichten, als auch in der Geschichte liegend.

II) Die SCHAUlustige Reise Die Reise durch ‚Wien’ bildet den zweiten Teil der Präsentation. Auf einer zusätzlichen Leinwand werden die kognitiven Fähigkeiten des Auditoriums gefordert, sich gleichzeitig, neben der Präsentation des von beiden Vortragenden initiierten Buchprojekts „das kleine glück – Anarchie der Vorstadt oder Chaos in Suburbia?“, auch auf Bilder und Texte einzulassen.

Der Hauptfrage – Wo(mit) beginnt & Wo(durch) endet Wien? – wird auf unterschiedliche Weise begegnet, die Raum für eigene Assoziationen anbieten. Diese Raumreise orientiert sich außerdem an örtlich gebundene (historische) Statements sowie Bildern, die unverschämt zwischen den Zeiten hin und her springen.

Die Reise in die Triester Strasse und Wagramer Strasse (22,9 km, das Ende der Reise) bietet somit einen Querschnitt durch die Stadt Wien, dessen vielfältige, wissenschaftliche, künstlerische und alltagsorientierte Beschreibungen die öffentlichen Räume als gesellschaftliche Räume präsentiert, die produziert und genutzt werden.

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