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RAUM:LINKS

Kybernetik05

Raumkybernetik begreift – wie Raum anschaulich wird.

Neben raumtheoretischen Argumenten bietet die Raumkybernetik praktische Methoden und Experimente an, um dynamische gesellschaftspolitische Raumentwicklungen und informationsgeographische Kommunikationsumgebungen zu entwerfen.

Die Anwendung raumbezogener Technologien (z.B. Geoinformationssysteme), die komplexe Datenbestände verwalten, sind ein Bestandteil der Raumkybernetik. Die Daten repräsentieren räumliche Fakten und dienen als Entscheidungsgrundlagen für Raumentwicklungen oder auch als Hintergrundinformation bei Softwareentwicklungen (z.B. Social Software - Geotagging).

Diese Repräsentationen und daraus abgeleitete Informationen und Wissen sind aber weder eindeutig noch sicher. Der Umgang mit diesem unsicheren Wissen erfolgt traditioneller Weise durch die Reduktion der Unsicherheit, um präzise Darstellung und Kommunikation von Raumphänomenen zu ermöglichen. Konzepte wie Grenzen, Attribute, und Regionen werden als eindeutige Entitäten gesehen, die vergleichbar und überprüfbar scheinen, was sich in der Praxis aber meist als zu starr und unflexibel herausstellt, insbesondere bei raumübergreifenden internationalen Beobachtungen und Analysen.

In der Auseinandersetzung bei Raumentscheidungen sind häufig zu viele Akteure involviert, die sich u.a. auch der Sprache bedienen. Erneut treten weitere Unsicherheiten auf, die sich über die Bedeutung von Kategorien im Kontext sprachwissenschaftlicher Entwicklungen definieren. Fuzzy Logic und darauf aufbauende Techniken des Soft Computing bieten die logische Flexibilität im Umgang mit unsicherem Wissen. Es wird damit der Heterogenität der Raumentwicklung mit zunehmend neuen Strukturierungsformen (kulturell und ökonomisch) Rechnung getragen.

Die Raumkybernetik bietet theoretische und methodische Voraussetzungen, kontextbezogene Informationsumgebungen und subjektive Wissenskoordinaten zu visualisieren und dadurch Techniken zu entwickeln, die vor dem Hintergrund der Wirklichkeitsinterpretationen Grundlagen neuer Kommunikationsplattformen formulieren.

Raumkybernetik wurde von Susanne Kratochwil in der Zeit zwischen 1998 und 2001 entwickelt und über ihre Dissertation Raumkybernetik (0/0/0).(0/0/1).(0/1/0).(1/0/0).(0/0/0) an der Technischen Universität Wien, November 2001 wissenschaftlich verankert.

Seit Herbst 2000 existiert eine intensive Forschungskooperation mit Josef Benedikt, der maßgeblich an der Entwicklung weiterer Anwendungsgebiete und Tools innerhalb der Raumkybernetik beteiligt ist. Im Rahmen dieser Forschungskooperation sind in den letzten Jahren zahlreiche gemeinsame RAUM:LINKS entstanden, welche im WISDOM ihre Fortsetzung findet.

Ab 2009 wird die Raumkybernetik als neuer Forschungsbereich im WISDOM integriert.

Wissenschaftliche Unterstützung erfolgte bisher über folgende Institutionen (Auswahl)
Institut für Höhere Studien (IHS, Abteilung Soziologie), Universität Koblenz-Landau (Institut für Wirtschafts- und Verwaltungsinformatik), Technische Universität Wien (Department für Raumentwicklung, Infrastruktur- u. Umweltplanung), Donau-Universität Wien (Kommunikation, IT und Medien), Universität Wien (Institut für Zeitgeschichte), Heinz von Foerster Gesellschaft, Wiener Institut für sozialwissenschaftliche Dokumentation und Methodik (WISDOM).

Keywords
Raumtheorie, Raum-Wissen-Konstruktion, Sozialwissenschaftliche Raumplanung, Symbolische Übertragung von Botschaften, Informationsspiel, Management von Zwischenräumen, Epistemische Raum(ver)suche, Experimentelle Raumplanung, Raumethnographien, Raumchoreographien, Talking Space, Raumbeobachtung, Knowledge Mapping, Fuzzy Logic, GIS (Geographische Informationssysteme)