Datenarchiv

Workshop Data Documentation and Management

Am 14.04. und 15.04.2010 fand der Workshop "Datenmanagement und Datendokumentation" in Kooperation mit dem Graduiertenzentrum der Universität Wien für DoktorandInnen und interessierte ForscherInnen statt. Zwei ExpertInnen aus dem UK Data Archive (speziell: Qualitatives Datenarchiv ESDS Qualidata) gestalteten den zweitägigen Workshop, in dem es speziell um Datenmanagement während des gesamten Projektlebenszyklus, um Datendokumentation und Datenaufbereitung und wie dadurch die Qualität der eigenen Arbeiten verbessert werden kann ging.




Anbei die persönliche Reflexion einer Workshopteilnehmerin

Data Documentation und Management – nur lästig und sonst nichts?

Daten haben also einen Lebenszyklus. Das war die erste Botschaft von Libby Bishop und Veerle Van Den Eynden – und wohl auch die wichtigste. Die beiden britischen Expertinnen wurden von WISDOM eingeladen, österreichischen WissenschaftlerInnen das Thema „Data Documentation and Management“ näherzubringen.

Daten und ihr Lebenszyklus: Da dachte die Musikwissenschaftlerin an Partituren, der Politikwissenschafter an Wählerbefragungen, die Heil- und Sonderpädagogin an die Interviews mit äthiopischen Eltern und Kindern. Ich dachte an unser bildungspsychologisches Projekt und die bevorstehende Online-Befragung von rund tausend SchülerInnen. Unsere Daten sind also noch gar nicht auf der Welt – und dennoch dreht sich alles nur um sie. Welche Art von Daten beantworten unsere Forschungsfragen, welche Erhebungsmethode eignet sich am besten, wie können wir die Daten später analysieren und letztendlich publizieren? Das sind die Hauptfragen. Einverständniserklärung und Anonymisierung, Dokumentation und Transkription von Daten, Datenformate und Sicherung der Daten – das sind die lästigen Nebensachen. Zumindest waren sie es bis zu diesem Workshop, danach sah das wohl für viele TeilnehmerInnen anders aus.

Klare Vorträge und durchdachte Übungen wechselten sich in diesem kurzweiligen Workshop ab. Wir bekamen Ideen, wie wir die Einverständniserklärung gestalten können, sodass die Befragten tatsächlich eine informierte Entscheidung treffen können. Wir lernten, auch sehr persönliche Interviews zu anonymisieren. Wir erinnerten uns, dass Daten nicht an uns einzelne WissenschaftlerInnen gebunden sind - mögliche Änderungen im Projektteam oder die professionelle Archivierung von Daten lassen die lästige Datendokumentation plötzlich zur Hauptsache werden. Auch erkannten wir, dass die zusätzliche Lagerung von Daten in einem Safe nicht paranoid sein muss sondern vor schmerzlichen Verlusten schützen kann – und: Die Übermittlung der Daten an Archive (data sharing) macht uns nicht nur unabhängig von vergänglichen Speichermedien sondern ermöglicht die erweiterte Datenanalyse durch KollegInnen. Der theoretische Input bekam praktische Relevanz als wir den Lebenszyklus unserer eigenen Daten skizzierten und das Datenmanagement planten. Data Documentation and Management wurde innerhalb von zwei Workshoptagen von einer lästigen Nebensache zur absoluten Notwendigkeit für ein erfolgreiches wissenschaftliches Projekt.

Evelyn Bergsmann


Die Präsentationen der LV-Leiterinnen finden Sie hier: