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Datenschutz
DatenerheberInnen und DatengeberInnen sollten den gesetzlichen und ethischen Rahmen beachten, in dem sich Forschung in Europa bewegt und innerhalb diesem empirische Aktivitäten unterstützt oder behindert werden.
Unterschiedliche Praktiken in Europa
Belange des Datenschutzes sind von einer besonderen Komplexität. Die Umsetzung der europäischen Datenschutzrichtlinie von 1995 variiert in den einzelnen europäischen Staaten. Aus diesem Grund sollten DatengeberInnen das nationale Archiv für relevante Informationen kontaktieren.
Informationsquellen
Datenschutzfragen betreffend sind drei Hauptinformationsquellen von Nutzen:
- Die Homepage der Datenschutzgruppe der Europäischen Kommission beinhaltet den vollständigen Text des Reports zur Durchführung der Richtlinie, eine technische Analyse der Implementierung in den Mitgliedsstaaten, die Details einer internationalen Konferenz und die Ergebnisse einer Online-Befragung. Des Weiteren ist eine nützliche Übersicht aller Datenschutzbeauftragten der EU Staaten verfügbar.
- Die Homepage des PRIVIREAL Projektes ist eine weitere Informationsquelle zu Datenrichtlinien und ihrer Umsetzung. PRIVIREAL ist ein von der europäischen Kommission finanziertes Projekt, welches die Implementierung der Datenschutzrichtlinie 95/46/EC in Bezug auf Forschung und die Rolle von Ethikkommissionen untersucht. Eines der Hauptziele dieses Projektes ist es – hauptsächlich im Kontext der medizinischen Forschung – zu beschreiben und zu evaluieren, in welcher Form die Richtlinie umgesetzt wurde.
- Eine Diskussion zur konkreten Bedeutung für die Sozialwissenschaften ist in den Unterlagen der Treffen des Netzwerkes für Europäische Sozialwissenschaftliche Infrastruktur (NESSIE) zum Thema „Datenschutz und Datenzugangsbestimmungen und -Richtlinien“ zu finden. Hier beschreiben eingeladene WissenschafterInnen die neue Europäische Datenschutzrichtlinie und ihre Implementierung in den diversen Staaten der Europäischen Union. Weiters wurden die Forschungsethikkommissionen begutachtet, welche notwendig sind, um die ethischen Implikationen und Vertraulichkeitsaspekte der vorgeschlagenen Forschungsvorhaben abschätzen zu können. Obwohl sie sich hauptsächlich auf die medizinische Forschung konzentrieren, bieten die Präsentationen dieses Treffens für SozialwissenschaftlerInnen häufig benötigte Informationen, welche für die eigene Forschung angewendet werden können.
Vertraulichkeitsschutz
Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Schutz der Vertraulichkeit zu überprüfen. Die CESSDA Archive bieten Unterstützung bei der Entscheidungsfindung bei folgenden Aspekten:
- Anonymisierung des Materials vor der Konservierung und Datenweitergabe durch Methoden der Perturbation oder andere Techniken um Daten zu verändern. Diese Methoden sollen das Risiko verringern, dass vertrauliche Informationen unbeabsichtigt enthüllt werden. Gleichzeitig soll der Informationsgehalt trotzdem so weit wie möglich bestehen bleiben.
- Die Beschränkung des Zugangs auf NutzerInnen, die rechtlich bindende Vereinbarungen unterzeichnen.
- Technologische Mittel, welche den Zugang von nicht autorisierten BenutzerInnen zu sensiblen Daten verhindern.
- Geschlossene NutzerInnenumgebungen oder gesicherte Datenanalysemöglichkeiten, welche BenutzerInnen den Zugang zu den Originaldaten unter kontrollierten Bedingungen gestatten.
- Die Erstellung von frei zugänglichen Dateien oder von Datensammlungen mit beschränkter Nutzung.
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