Datenmanagement
Gutes Datenmanagement ist Voraussetzung für die Archivierung und Wiederverwendung von Forschungsdaten. Doch was verbirgt sich hinter dem Stichwort Datenmanagement?
Datenmanagement in der Forschung umfasst alle Aspekte, die mit der Verwaltung, Organisation und Verarbeitung von Daten zusammenhängen. Datenmanagement erleichtert und verbessert den wissenschaftlichen Forschungsprozess, stellt eine hohe Datenqualität sicher und erhöht die Lebensdauer der Daten und damit die Möglichkeiten einer Wiederverwendung maßgeblich. Wichtige Bereiche umfassen:
- Verwaltung der Daten
- Ordnerstruktur, Datenformate und Software
- Datenspeicherung, Datensicherung und Backups
- Kontextdokumentation und Datenbeschreibung
- Archivierung und Langzeitsicherung der Daten
- Weitergabe und Veröffentlichung der Daten
- Sicherheit vertraulicher Daten
- Rechteverwaltung
- Kompatibilität und Datensynchronisation
Immer wieder kommt es vor, dass Daten von erstklassigen Forschungsprojekten nicht archiviert werden können, da Kontextinformationen nicht dokumentiert wurden, technische Probleme oder die Speicherung auf Privatrechnern verstreuter ProjektmitarbeiterInnen zum Verlust einzelner Dokumente geführt haben oder Masterversionen von Dateien nicht mehr identifiziert werden können.
Gutes Datenmanagement ist jedoch nicht nur einer etwaigen Archivierung und Wiederverwendung von Daten zuträglich, sondern sollte auch die Grundlage für jede gute Forschung sein und kann die Qualität eines Datensatzes bedeutend anheben. Wenn Daten adäquat verwaltet, aufbewahrt und dokumentiert, sowie ihre Vollständigkeit, Validität und Integrität laufend geprüft werden, sind die besten Voraussetzungen geschaffen, um hochwertige Forschungsdaten und empirisch nachvollziehbare Ergebnisse zu produzieren. Auch PrimärforscherInnen profitieren von gutem Datenmanagement; sei es hinsichtlich einer effizienteren Zusammenarbeit in (großen) Teams mit vielen Daten, sei es die Auffindbarkeit und damit das Einbeziehen von Informationen im aktuellen Projektverlauf betreffend oder auch hinsichtlich etwaiger Re-Analysen der eigenen Daten zu einem späteren Zeitpunkt.
ForscherInnen benötigen klare Informationen zu Datenmanagementplanung und Datenmanagementstrategien. Das umso mehr, da Forschungsfördereinrichtungen in Österreich und anderswo mittlerweile vermehrt Open Access Politiken auch auf forschungsrelevante Daten ausweiten, ohne aber Vorgaben oder Empfehlungen für eine sachgemäße Aufbereitung und Archivierung zu geben.
WISDOM bietet gut ausgearbeitete Anleitungen zu den einzelnen Arbeitsschritten an, die im Zuge des Datenmanagementprozesses im Lauf eines Projekts anfallen. Diese wurden nach einem Review international verwendeter best-practice-Modelle zusammengestellt. Es ist unser Ziel, effektive Datenmanagementprozedere zu implementieren und individuelle, sowie institutionelle Kompetenzen im Bereich Datenmanagement und Datendokumentation zu fördern.